Mathilda war auf der großen Demonstration gegen rechts im Februar am Dom. Im Nachhinein hatten sich für die Schülerin einige Fragen aufgetan. Vor allem, warum sich der Hass der Rechten gegen Menschen mit Migrationshintergrund richtet. Besonders die Remigration, also das Ausweisen aller Menschen mit nicht-deutschem Hintergrund, verunsicherte das Kind, hat sie doch einen italienischen Vater.

In ihrer Klasse wäre fast die Hälfte von den Plänen der Rechtsextremen betroffen. So entstand die Idee, dahin zu gehen, wo Menschen gerade ihre Heimat verloren haben, Kinder mit ihren Eltern aus verschiedensten Gründen flüchten mussten und jetzt bei uns Sicherheit vor Krieg und Verfolgung suchen, der Aufnahmeeinrichtung für Asylsuchende (AfA) in Speyer-Nord.
Da traf es sich gut, dass ihre Mutter, Dora Dinse, die Verantwortliche beim Verein "Stadtstreicher" ist. Sie nahm Kontakt mit Judith Klimm auf, die als Grundschullehrerin in der AfA arbeitet. Die war auch sofort von der Idee begeistert, gemeinsam mit ihren Kindern, die alle freiwillig zur Schule gehen, denn es gibt in der AfA keine Schulpflicht, und so entstand das Projekt in den Osterferien gemeinsame Kunstprojekte zu verwirklichen, einander kennenzulernen, Lebenswelten zu erkunden und Perspektiven zu erweitern.
So machten sich Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren am gestrigen Dienstag mit dem Bus auf den Weg nach Speyer-Nord. Unterstützt und inspiriert wird das Projekt von dem erfahrenen Pädagogen Dieter Böckmann und dem bekannten Speyerer Künstler Wolfgang Germann.
Wolfgang Germann hatte allerlei Materialien mitgebracht, aus denen die Kinder gemeinschaftlich eine große Foliencollage erarbeiteten, die am Zaun der AfA angebracht wurde und von Passanten angeschaut werden kann.
Berührungsängste oder Sprachbarrieren gab es kaum. Von Beginn an verstanden sich die Kinder und Mathilda hach schon Freunde gefunden.
Sowohl die einheimischen als auch die neu ins Land gekommenen Kinder waren begeistert. Ein Mädchen aus Somalia fand die Spiele toll, aber auch die Kunstaktion.
Weiter Aktionen sind Schattentheater und ganz klassische Malerei auf Leinwand, für die 20 Staffeleien zur Verfügung stehen. Wichtig ist der Initiatorinnen auch viel Zeit für gemeinsames Spielen.
Ganz kurzfristig hat sich das Bündnis für Demokratie bereit erklärt, die Kosten für die Busfahrt zu übernehmen und die Stadtstreicher dürfen in der AfA am gemeinsamen Mittagessen teilnehmen.
Weitere Spenden sind willkommen: Konto Die Stadtstreicher e.V. DE46 5455 0010 0193 7676 39 oder paypal Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (eine Quittung wird gerne ausgestellt).

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